Ungarisches Steppenrind

Als Ungarisches Steppenrind oder Ungarisches Graurind, ungarisch (Magyar) Szürkemarha, Szilaj, bezeichnet man eine alte Hausrindrasse aus dem ungarischen Tiefland, die vom Aussterben bedroht ist. Sie gehört zur Gruppe der podolischen Rinder und eignet sich besonders für extensive Beweidungssysteme.

Beschreibung

Das Ungarische Steppenrind ist schlank, großrahmig und hochbeinig. Die Widerristhöhe beträgt beim Bullen 145 bis 155 cm, bei der Kuh 135 bis 140 cm, das Gewicht beim Bullen 800 bis 960 kg, bei der Kuh 500 bis 600 kg. Die Rinder sind robust, anspruchslos, leichtgebärend und langlebig. Die meist genau nach oben weisenden Hörner sind lang, gebogen und ausladend. Stiere können bis zu 80 cm lange Hörner haben.

Farbe

Die Färbung der Tiere ändert sich mit der Anzahl der Lebensjahre. Die Kälber sind nach der Geburt rötlich-gelb, wobei verschiedene Schattierungsgrade von hell bis dunkel unterschieden werden können. Im Alter von zwei bis drei Monaten hellt sich das Fell auf und beginnt grau zu werden. Zwischen dem vierten und sechsten Monat nehmen sie vollständig graue Farbe an. Bei ausgewachsenen Graurindern kommen verschiedene Abstufungen von Silberweiß bis Aschgrau vor.

Die männlichen Tiere, die Stiere, werden bis zum Alter von drei bis vier Jahren eher rußfarben. Der Hals, der untere Teil der Unterschenkel, ein Teil der Brust, der Schulterbereich, der Brustkorb sowie die Seite und Unterseite des Bauchs werden dunkler. Eine sehr ins Schwarze gehende Färbung ist bei Züchtern nicht beliebt, stellt aber keinen Mangel dar. Um die Augen herum weisen die männlichen Tiere einen dunklen Ring auf, der als „Ókula“ (Okular) bezeichnet wird.

An der Wurzel des Horns bilden die längeren Haare der Kühe einen Haarkranz, während sie bei den Stieren gelockt sind. Die Wimpern sowie die Fortsätze an den Ohren und die Schwanzquaste sind schwarz. Die Haut ist schiefergrau, nur zwischen den Oberschenkeln, am Euter und an den Ohren ist sie rosa.

Die Gaumenfarbe kann entweder rosa oder schiefergrau und fleckig sein. Bei der Auslese der Zuchttiere gelten Individuen mit schiefergrauem Gaumen als vorteilhaft. Die andere Gaumenfarbe, bzw. die schwärzere Rußfarbe bei Stieren ist auf den Einfluss anderer, zum Beispiel maremmanischer Rassen zurückzuführen und wird deshalb von Züchtern gemieden. Auf diese Weise streben diese die Erhaltung der einheitlichen Merkmale des Ungarischen Steppenrindes an.

Die Fellfarbe kann sich auch mit der Jahreszeit ändern. Im Winter sind die Tiere dunkler und das Fell enthält mehr rötlich schattierte Haare. Das schützende äußere Fell ist im Sommer kurz, dick und gerade, im Winter jedoch verdichtet und lang. Nach dem Fellwechsel im Frühling ist die Farbe am schönsten.

Quelle: wikipedia.org